Herr der Ringe boykottieren!
Bald ist es wieder so weit: Ab Mitte Dezember
läuft die Fortsetzung des Welterfolg's Der Herr der
Ringe in den Kino's, und es scheint, als würde die ganze
Welt wieder gebannt die Abenteuer von Frodo, Aragorn und Legola's
verfolgen.
Wirklich die ganze Welt? Nicht ganz, denn seit
bekannt wurde, dass Resigeur Peter Jackson noch vor wenigen Jahren
brutalste Gewaltvideo's gedreht hat, die bei
unzähligen Jugendlichen bleibende psychische
Schäden hinterlassen haben, sind immer mehr kritische
Stimmen zu hören.
Eine dieser Stimmen ist der weltbekannte Medienexperte
Dr. Neil Preman, den wir im nun folgenden
Exklusivinterview zu Wort kommen lassen:
Gehirnverschmutzung: Dr. Preman, Sie sind
der Vorsitzende einer Initiative, die zum Boykott des Kinofilms
"Herr der Ringe" auffordert. Können Sie uns erklären, was
genau dahinter steckt?
Dr. Preman schimpft schon seit Jahren über
Gewaltdarstellungen in den Medien
Preman: Also, zunächst mal bin ich
grundsätzlich der Ansicht, dass solche Filme nicht sein
müssen, schon gar nicht so kurz vor Weihnachten. Da werden
Köpfe abgeschlagen, Waffen verherrlicht, alles nur Gemetzel
ohne Sinn und Verstand... Aber das ist noch nicht das eigentliche
Problem und auch nicht der Grund, weshalb wir zum Boykott dieses
Films aufrufen.
Gehirnverschmutzung: Sondern der
wäre?
Preman: Nun, Sie wissen ja sicherlich, was der
Regisseur früher für Filme gedreht hat. Haben Sie die
gesehen?
Gehirnverschmutzung: Nein, die sind hier
verboten.
Preman: ... und das aus gutem Grund!
Hier in den hatten wir neulich diesen Jugendlichen, der sich
einen Film von Peter Jackson angesehen und anschließend mit
einem Rasenmäher in seiner Schule ein entsetzliches Massaker
angerichtet hat. Seitdem gibt es unsere Initiative, die sich unter
anderem für ein Verbot von Gewaltvideos einsetzt.
Außerdem sollte natürlich der Zugang zu Rasenmähern
erschwert werden.
Gehirnverschmutzung: Hier in Deutschland
hat es auch schon Amokläufe von Schülern
gegeben.
Preman: Ja ja, zum Beispiel in Erfurt, ich habe
davon gehört. Aber bei Ihnen hält sich das alles ja noch
in Grenzen. Wenn Gewaltvideos bei Ihnen erlaubt wären,
hätten Sie solche Vorkommnisse wahrscheinlich
täglich.
Gehirnverschmutzung: Kommen wir noch mal
auf den Herrn der Ringe zurück...
Preman: Ja, genau. Also, wie ich bereits sagte,
ist zu befürchten, dass junge Leute, die sich jetzt diesen
Film ansehen, dadurch auf die früheren Werke des Regisseurs
aufmerksam werden. Vor allem aber befürchte ich, dass da eine
ganze Generation von jungen Amateurfilmern herangezüchtet
wird, die sich diese billig produzierten Gewaltvideos ansieht und
sich dann sagt: "Hey, das kann ich aber auch." Wenn dann so jemand
wie Peter Jackson auch noch auf der Oscarverleihung zu sehen ist,
dann wird da ein völlig verkehrtes Signal gesetzt.

Gehirnverschmutzung: Das verstehen wir
nicht so ganz: Welches Interesse sollten junge Leute daran haben,
in ihrer Freizeit Filme zu drehen? Haben die etwa nichts Besseres
zu tun?
Preman: Sie brauchen sich ja nur mal in den
einschlägigen Internetforen umzusehen, auch in den
deutschsprachigen: Da wird öfter mal gefragt, wie man Ekel-
und Bluteffekte möglichst realistisch hinbekommt. Und das ist
eine Sache, die einfach nicht sein darf, und bei der man sich auch
international einig werden und sagen sollte: "Das geht nicht, das
wollen wir nicht."
Gehirnverschmutzung: Sie meinen also,
jemand wie Peter Jackson hätte niemals Karriere machen
dürfen?
Preman: Ganz so krass würde ich das
vielleicht nicht ausdrücken. Aber: Wenn die jungen Leute
unbedingt Filme drehen wollen, dann sollen sie gefälligst auf
die staatliche Filmhochschule gehen und sich auch mal mit Themen
beschäftigen, die positiv und lebensbejahend sind, also zum
Beispiel Filme über die Vorteile einer flächendeckenden Videoüberwachung
drehen. Aber anscheinend besteht da bei Amateurfilmern kein
Interesse. Wie gehen Sie eigentlich in Deutschland mit dem Thema
um?
Gehirnverschmutzung: Hm, das ist schwer zu
sagen, weil der Markt kaum zu kontrollieren ist. Wir sind
allerdings der Ansicht, dass es eine Menge von dem Dreck, der da
produziert wird, eigentlich gar nicht geben dürfte.
Preman: Aber zumindest jemanden wie Jackson,
der brutale Amateurfilme dreht und anschließend Millionen von
Dollar in den Arsch geblasen bekommt, um noch weitere Filme zu
drehen, wird es in Deutschland doch wohl kaum geben?
Gehirnverschmutzung: Um Gottes Willen! Wenn
so jemand bei uns erwischt wird, werden seine Filme beschlagnahmt
und auf dem Marktplatz verbrannt. Die Jugendschützer tanzen
dann um das Feuer, während der Regisseur vom Pranger aus
zusehen muss. Also das Übliche, was man halt so macht, um die
Gesellschaft vor den kranken Hirnen zu schützen, die sich
solchen Dreck ausdenken.
Preman: Stimmt, Sie haben da ja dieses Gesetz,
das Gewaltverherrlichung verbietet. Ein ganz tolles Gesetz. Das
muss wirklich mal lobend erwähnt werden, wie fortschrittlich
die Deutschen sind, wenn es um Verbote und Regulierung geht. Also,
dieses Gesetz gegen Gewaltdarstellung ist wirklich eine ganz tolle
Sache, bei der sich auch hier in den viele Leute sagen, ja, so
etwas bräuchten wir hier auch. Aber mit diesem Weichei, das
wir da gerade als Präsidenten haben, wird das wohl nichts.
Bomben auf andere Länder schmeißen, das kann er. Aber
gegen die Hassindustrie im eigenen Land ist er völlig
machtlos.
Gehirnverschmutzung: Oh... Wir dachten, es
wäre wichtig und notwendig, Schurkenstaaten zu
bombardieren?
Preman: Sicher ist es das. Denken Sie mal an
die vielen Arbeitsplätze, die von der Waffenindustrie
abhängen. Außerdem muss natürlich der internationale
Terrorismus bekämpft werden. Nicht weniger wichtig ist es
allerdings, gegen die Hassindustrie vorzugehen, damit Gewalt und
Tourismus gar nicht erst entstehen.
Gehirnverschmutzung: Deshalb fordern Sie
nicht nur den Boykott von "Herr der Ringe", sondern auch von
Amateurfilmen?
Preman: Amateurfilme sollten nicht nur
boykottiert, sondern gleich ganz verboten werden. Sie sind da in
Deutschland schon auf dem richtigen Weg, und irgendwie scheint
Deutschland auch das einzige Land zu sein, in dem mir
überhaupt jemand zuhört... Also ich denke, da gibt es
noch eine Menge Aufklärungsbedarf. Wie wäre es zum
Beispiel, wenn sich Ihre fähigsten Jugendschützer, sagen
wir mal, Herr Glogauer und Frau Monsterberg, zusammen in ein
Flugzeug setzen und eine Tour starten, um die Regierungen anderer
Länder von der Notwendigkeit des Jugendschutzes zu
überzeugen?
Gehirnverschmutzung: Das ist doch eine
hervorragende Idee. Dafür würde die Bundesregierung
sicherlich auch ein paar Steuereinnahmen locker machen. Wenn es um
Verbote geht, haben die eigentlich immer ein offenes Ohr.
Preman: Dann seien Sie mal froh, dass Sie nicht
auch so einen liberalen Sauhaufen in der Regierung sitzen haben,
wie es bei uns gerade der Fall ist.
Gehirnverschmutzung: ... was allerdings
nicht bedeutet, dass hier nicht trotzdem noch sehr viel getan
werden muss, um die Gesellschaft vor Mediengewalt zu schützen
- und nicht zuletzt auch vor Rasenmähern und vor Filmen wie
"Herr der Ringe". Dr. Preman, wir bedanken uns sehr herzlich
für dieses Gespräch und wünschen Ihnen viel Erfolg
mit Ihrer Initiative!
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