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Fragen Sie Herbert!

Wer sich auf Gehirnverschmutzung informiert hat, weiß Bescheid: Wir leben in gefährlichen, immer schnelllebigeren Zeiten. Während die MacherInnen dieser Seite und Politiker(innen) aller Parteien ihr Bestes tun, um die Gefahren einzudämmen, die von Mediengewalt, Kriminalität und vom internationalen Terrorismu's ausgehen, fühlen sich die einfachen Leute oft mit ihren Sorgen und Nöten allein gelassen.

Damit ist jetzt endlich Schluss!

Ab sofort wird sich Herbert, die freundliche Überwachungskamera, der Probleme dieser Menschen annehmen. Wenn Herbert nicht gerade damit beschäftigt ist, Verbrechen zu verhindern, zweigt er gerne etwas von seiner Freizeit ab, um unseren Mitmenschen zu helfen.

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Wir wünschen Ihnen viel Spaß (und vielleicht auch die eine oder andere nachdenkliche Minute) mit Herbert's Tipp's für alle Lebenslagen.

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Diese Streberin glaubt, etwas Besseres zu sein!

Lieber Herbert!

Hier schreibt dir die Klasse 9b vom Klaus Kinski Gymnasium, und bevor wir dir jetzt unser Problem schildern, möchten wir dir mitteilen, das wir eine wirklich vorbildliche Klassen Gemeinschaft sind: Wir alle verstehen uns prima, unterstützen uns gegenseitig, wo wir nur können, und als Gymnasiast(inn)en sind wir natürlich stolz darauf, sozusagen zur "Bildungs Elite" zu gehören, also zu den Leuten, die irgendwann in Führungs Positionen sitzen und den anderen sagen werden, was sie zu tun haben.

Eigentlich hätten wir gar keinen Grund, uns zu beklagen... wäre da nicht diese arrogante, eingebildete Neue in unserer Klasse, die bei jeder Gelegenheit versucht, sich von uns abzugrenzen! Zum Beispiel tut Katharina — so heißt die Neue — im Unterricht immer so, als würde sie sich langweilen, weil sie sowieso schon alles weiß. So etwas ist natürlich nicht möglich (warum sollte sie denn sonst überhaupt zur Schule gehen?), also wird sie sich wohl irgendwie den Lehrplan besorgt haben, und wahrscheinlich bringt sie sich die Sachen dann immer ein paar Tage vorher bei. Es ist ganz schön armselig, das Katharina so etwas nötig hat, und außerdem wirkt es sich total negativ auf unsere Motivation aus, wenn sie bei den Klassen Arbeiten immer als Erste fertig ist!

Dagegen hält es Katharina nicht für nötig, sich in den Pausen mit uns zu unterhalten, sondern sie sitzt lieber allein irgendwo in der Ecke. Neulich hat Florian (der unser Klassen Bester war, bevor Katharina auf die Schule gekommen ist) sie gefragt, was sie da gerade liest, und Katharina hat ihr Buch ganz schnell versteckt, so das Florian es ihr aus der Hand reißen musste, um einen Blick auf den Umschlag werfen zu können: Er meint, das wäre irgendwas ganz Komisches gewesen, so ein pseudo intellektueller Schwachsinn, für den sich kein normaler Mensch interessiert und den sowieso keiner verstehen würde. Wir haben diesen Vorfall mit dem Buch später in der Klassen Gemeinschaft (ohne Katharina) und mit dem Klassen Lehrer ausdiskutiert und sind uns ziemlich schnell einig geworden, das sie dieses Buch nur mit in die Schule gebracht hat, damit wir sie für besonders gebildet halten oder so. Wirklich peinlich für Katharina, das sie uns für so doof hält und glaubt, sie könnte uns mit solchen Klugscheißer Büchern beeindrucken.

Da wäre noch so viel mehr zu erzählen... Zum Beispiel hatte Katharina neulich so eine Phase, in der sie meinte, ständig die Lehrer(innen) korrigieren zu müssen. Da hat man ihr auch immer so richtig angemerkt, das sie sich für etwas Besseres hält. Deshalb sind die meisten Lehrer(innen) inzwischen auch richtig genervt von ihr und finden, das Katharina bei den Idioten auf der Real Schule viel besser aufgehoben wäre. Leider kann man sie wegen ihrer guten Zensuren nicht einfach so von der Schule schmeißen.

Kannst du, lieber Herbert, uns vielleicht ein paar Tipps geben, damit wir diese arrogante Streberin wieder loswerden?

Klasse 9b (ohne Katharina!)
vom Klaus-Kinski-Gymnasium

Herbert antwortet: Leider gibt es auf fast jeder Schule ein paar Schüler(innen), die es nicht für nötig halten, sich an ihre Klassengemeinschaft anzupassen. Daher sollten eure Lehrer(innen) eigentlich wissen, dass Zensuren nicht die einzige Möglichkeit sind, solche Schüler(innen) von der Schule zu bekommen: Zum Beispiel könnte es doch sein, dass Katharina auf dem Schulhof mit Drogen handelt. Oder kann sie etwa beweisen, dass sie das nicht tut?

Falls eure Lehrer(innen) damit keinen Erfolg haben sollten, gibt es natürlich auch ein paar Möglichkeiten, Katharina dazu zu bringen, dass sie die Schule freiwillig wechselt: Ihr würdet staunen, was für Wunder ein peinlicher Spitzname, ein geschickt platzierter Eimer mit Kuhscheiße oder plötzlich "verschwundene" Hausarbeiten bewirken können! Die Kenntnis solcher Tricks bezeichnet man/frau übrigens als Sozialkompetenz, und ehrlich gesagt finde ich es ein wenig schade, dass unserer Bildungselite so etwas nicht in der Schule beigebracht wird...

Was wollen die bloß von mir?

Hallo Herbert,

Ich hoffe, dass du mir helfen kannst, da die Leute in der Gehirnverschmutzung-Redaktion inzwischen die einzigen sind, denen ich noch vertraue... Aber zunächst etwas zu meiner Person: Ich bin die Regina, 52 Jahre alt, gelernte Wurstverkäuferin, und bis vor Kurzem war ich noch allein erziehende Mutter. Vor ein paar Wochen ist mein Sohn allerdings zu seinem Freund gezogen, und seitdem bin ich hier "allein" — mehr oder weniger; dazu schreibe ich gleich noch etwas. Ehrlich gesagt macht es mich ein wenig traurig, dass Joachim hier ausgezogen ist, aber ich denke, dass es nun für uns beide an der Zeit ist, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen.

Seit Joachim von hier weg ist, passieren nun aber ziemlich merkwürdige Dinge. Zum Beispiel bin ich mir sicher, dass auf einmal noch andere Leute im Haus wohnen! (Was heißt "wohnen"? Eingedrungen sind die hier!) Ich habe zwar noch keinen von denen zu Gesicht bekommen, kann aber sehr deutlich ihre Stimmen hören, wenn sie miteinander reden. Und in der Zeitung stehen in letzter Zeit Sachen über mich, die überhaupt nicht wahr sind, ganz üble Verleumdungen! Dass neulich sogar im Bundestag über mich geredet wurde, hast du ja bestimmt selbst mitbekommen. Ich vermute, dass das alles mit diesem Chip zu tun hat, der mir ins Gehirn implantiert wurde, und mit dem man mich von der internationalen Raumstation aus fernzusteuern versucht. Aber die habe ich schon mal ausgetrickst: Ich habe euren Rat mit der Alufolie befolgt, und seitdem stören mich die Gedankenkontrollstrahlen fast überhaupt nicht mehr! (Inzwischen habe ich mir auch das Werkzeug besorgt, mit dem ich diesen Chip entfernen kann. Leider weiß ich noch nicht genau, an welcher Stelle er mir eingepflanzt wurde.) So, und dann wäre da noch die Sache mit dem Telefon: In letzter Zeit bekomme ich obszöne Anrufe von dem Serienmörder Ted Bundy. Leider kann ich kein Englisch und verstehe kein Wort von dem, was er da redet, aber da dieses Ungeheuer vor über 15 Jahren hingerichtet wurde, scheint er mich ja vom Jenseits aus anzurufen — überleg mal, was für ein Aufwand das sein muss!

Ich habe natürlich keinen blassen Schimmer, was das alles zu bedeuten hat. Die Person, die im Hintergrund die Fäden zieht, wird sich wohl irgendwann bei mir melden, hoffe ich. Aber da du als Überwachungskamera sicherlich so einiges mitbekommst, wollte ich dich einfach mal fragen, ob du mir vielleicht etwas über diese Angelegenheit sagen kannst. Danke schon mal, und ich muss jetzt nachschauen, was heute schon wieder über mich in der Zeitung steht...

Regina T. (52)

Herbert antwortet: Keine Panik, liebe Regina, nur keine Panik! Das, was du da zu spüren bekommst, sind zwar die üblen Machenschaften der Hassindustrie (von denen kommen übrigens die Gedankenkontrollstrahlen, nicht von der ISS), aber es sieht ganz danach aus, als hätten wir die Sache schon bald im Griff: Bei dieser Bundestagsdebatte ging es zum Beispiel gar nicht direkt um dich, sondern um neue Gesetze gegen die Hassindustrie, mit denen Leute wie du in Zukunft besser geschützt werden sollen. Auch die Besucher in deinem Haus sind nur zu deiner Sicherheit da, und das Gleiche gilt für den Chip in deinem Kopf — du solltest ihn also auf gar keinen Fall entfernen! Alufolie kann aber trotzdem nicht schaden. Diese Anrufe, die du bekommst, stammen übrigens nicht von Ted Bundy und schon gar nicht aus dem Jenseits, sondern von Nigel, unserem neuen Praktikanten, und der möchte einfach nur wissen, ob es dir gut geht. Inzwischen besucht Nigel endlich einen Deutschkurs, sodass es mit eurer Kommunikation schon bald viel besser klappen sollte. Also: Mach dir keine Sorgen; wir bekommen die Sache schon in den Griff!

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